 | Kunststoffbauteile werden bei Crash-Ereignissen hohen Belastungsgeschwindigkeiten und großen Deformationsraten ausgesetzt. Während umfangreiche Kenntnisse über das mechanische Verhalten von Kunststoffen bei langsamen Belastungsgeschwindigkeiten vorhanden sind, liegen für Belastungsgeschwindigkeiten im crash-typischen Bereich (bis zu 72 km/h) auf Grund der komplexen Versuchsdurchführung nur wenig Materialkennwerte vor. Zur Erhöhung der Sicherheit sind jedoch zuverlässige Materialkennwerte bei crash-typischen Geschwindigkeiten für eine präzise Simulation von Crash-Vorgängen von Kunststoffbauteilen (z.B. über FEM) unerlässlich.
In einem Schnellzerreißversuch werden die erforderlichen, hohen Belastungsgeschwindigkeiten bis 20 m/s (72 km/h) mittels einer servohydraulischen Prüfmaschine erreicht. Gleichzeitig werden die auftretenden lokalen Deformationen mit Hilfe einer Ultra High Speed Kamera mit einer maximalen Frequenz von 1 MHz ermittelt. Dies entspricht der Aufnahme von 1 Mio. Bildern/Sekunde.
Das Ergebnis aus dem Schnellzerreißversuch sind "Wahre Spannungs-Dehnungs-Kurven", die als Daten-Input für präzise Crash-Simulationsprogramme erforderlich sind. Alternativ können auch reine „Kraft-Weg-Kurven“ bestimmt werden.
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